Einziger
Mann in der Podiumsdiskussion zum Thema „Sind Männer und Frauen gleich?“,
die als Abschluss der Fachtagung der dbb bundesfrauenvertetung am 25. Juni
2009 in Berlin stattfand, war der Landesvorsitzende des dbb sachsen-anhalt
Maik Wagner. Er schilderte seine Erfahrungen mit der Gleichstellung von Mann
und Frau aus der Sicht des Gewerkschafters, des
Gesamtpersonalratsvorsitzenden der AOK Sachsen-Anhalt und eines Mannes, der
in Ostdeutschland aufgewachsen ist und dort lebt.
Die Frauenquote in seinem Bundesland, sowohl im Erwerbsleben insgesamt als auch in den Führungsebenen bezeichnete er als „ganz gut“. Grund hierfür sei, dass die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau in der ehemaligen DDR nicht so groß gewesen seien wie in der Bundesrepublik Deutschland und dieser Vorsprung nach der Wiedervereinigung beibehalten werden konnte. Auch müssten sich Mütter nicht für eine Erwerbstätigkeit rechtfertigen, da sie oftmals der Haupternährer der Familie seien. Positiv zu erwähnen sei auch die hervorragende Kinderbetreuung in Sachsen-Anhalt. Durch „tarifvertraglich verordnete Zwangsteilzeit“ im öffentlichen Dienst des Landes Sachsen-Anhalt gebe es eine hohe Anzahl Teilzeitbeschäftigter, sowohl bei Männern als auch bei Frauen.
Um geschlechterspezifische Benachteiligungen im öffentlichen Dienst besser zu bekämpfen, forderte die Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung Helene Wildfeuer die Erhebung von geschlechtergerechten Statistiken über Dienstbeurteilungen. „Nur wenn wir mehr Transparenz schaffen, können wir das Bewusstsein von Arbeitnehmern und – vor allem – von Arbeitgebern dahingehend sensibilisieren, wie die Gehälter unter den Geschlechtern künftig gerechter verteilt werden können“, sagte Wildfeuer auf der 7. Frauenpolitischen Fachtagung im dbb forum berlin.
„Dem öffentlichen Dienst kommt als größter Arbeitgeber der Bundesrepublik eine Vorbildfunktion zu. Darum muss er hier mit gutem Beispiel voran gehen.“ Insbesondere müsse vor allem ein Augenmerk darauf gerichtet werden, in welchen Positionen Frauen arbeiten und wie sich etwa Teilzeitarbeitsverhältnisse auf das berufliche Fortkommen auswirken. Darüber hinaus müsse auch die Eingruppierung typischer Frauenberufe im Tarifbereich überdacht werden, die traditionell niedriger eingruppiert werden als typische Männerberufe, so die Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung.
Gleichzeitig appellierte Wildfeuer an die Verantwortung des Staates, sich über die Verwaltungen hinaus für eine geschlechtergerechte Bezahlung einzusetzen. Denn noch immer verdienten Frauen in der freien Wirtschaft ein Viertel weniger als deren männliche Kollegen in gleicher beruflicher Position, so Wildfeuer. Ganz besonders deutlich sei dieser Unterschied an der Besetzung der Führungsetagen abzulesen. Wildfeuer: „Zum einen sind Frauen dort eine wahre Rarität. Doch was die Bezahlung angeht werden sie nicht wie eine kostbare Seltenheit mit hoch dotierten Gehältern bedacht.“
Am Schluss der Veranstaltung stellte Helene Wildfeuer zusammenfassend fest, dass Männer und Frauen zwar verschieden, aber gleich viel wert seien.