Bildungskonferenz: Lehrer werden bis 2020 verbeamtet

Bis 2020 in den Landesdienst eingestellte Lehrer werden verbeamtet. Das kündigte Finanzminister Jens Bullerjahn gestern auf der dbb Bildungskonferenz in Magdeburg an. Der dbb Landesvorsitzender Maik Wagner begrüßte die Ankündigung als richtigen Schritt und wichtiges Signal für die zukünftigen Lehrer, nach der Ausbildung in Sachsen-Anhalt zu bleiben. „ Eine mögliche Verbeamtung ist ein Pluspunkt für Sachsen-Anhalt im Wettbewerb der Länder um die besten Lehrer“. Für den dbb sei zudem wichtig, dass die Verbeamtung nun bis 2020 festgeschrieben werden soll und nicht wie bisher, jedes Jahr erneut auf den Prüfstand kommt, sagte Wagner.

Finanzminister Jens Bullerjahn will in Sachsen-Anhalt ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer im Land halten und ihnen im Wettbewerb „auf Augenhöhe“ mit anderen Bundesländern gute Berufsperspektiven geben. Es sei wichtig, jungen Leuten Anreize zu bieten. Deshalb werde sein Haus eine Vorlage zur Verbeamtung neu eingestellter Lehrer erarbeiten, über die das Kabinett im Sommer entscheiden soll.

Unterstützung bekam Bullerjahn auch von dbb Bundesvorsitzenden Peter Heesen. „Die Möglichkeit, als Lehrerin oder Lehrer  - wie in fast allen anderen Bundesländern – Beamtin oder Beamter zu werden, ist für junge Menschen in dieser Zeit ein wichtiges Signal.“ Das biete jungen Leuten ein gutes Stück Sicherheit im Staatsdienst, „wohl wissend, dass man da nicht reich wird“, sagte Heesen. Andererseits müsse mit dem Beamtenverhältnis von den Lehrkräften auch das Streikverbot und die Verpflichtung zu flexiblem Einsatz akzeptiert werden.

Bildungspolitisch gehe es vor allem um die Deckung des Bedarfs, so der dbb Bundesvorsitzende. „Schon jetzt haben wir in einer ganzen Reihe von Schulformen nicht mehr genug Lehrkräfte.“ Außerdem habe die Verbeamtung auch für den Haushalt Vorteile. „Ein Grundschullehrer kostet im Beamtenverhältnis das Land im Jahr rund 5.100 Euro weniger als sein angestellter Kollege“, rechnete Heesen vor. Dennoch käme beim Beschäftigten netto mehr an. „Es handelt sich also um eine Win-Win-Situation.“ Der dbb Chef ermunterte deshalb das Landeskabinett, den Plänen zuzustimmen.