08. September 2021
Auf Facebook teilenAuf Twitter weitersagenArtikel versenden

Tarifstreit mit der Bahn

dbb sachsen-anhalt unterstütz die GDL im Tarifkonflikt

Am 06. September 2021 solidarisierten sich Mitgliedsgewerkschaften des dbb sachsen-anhalt mit den Streikenden der Lokführergewerkschaft GDL vor dem Magdeburger Hauptbahnhof.

Um den berechtigten Einkommensforderungen der Bahn-Beschäftigten Nachdruck zu verleihen, haben GDL und dbb gemeinsam vor dem Magdeburger Hauptbahnhof protestiert. Wolfgang Ladebeck, Landesvorsitzender des dbb sachsen-anhalt, sagte im Vorfeld der Kundgebung: „Die Forderungen sind legitim und mehr als gerecht. Mit der Teilnahme von Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Bereichen des öffentlichen Dienstes bezieht der dbb klar Stellung: Wir stehen eng zusammen!“

„Die Bahn wolle den Menschen weismachen, hier stehen die Habgierigen, aber so ist es nicht“, begrüßte Ronald Kampe, Vorsitzender der GDL-Ortsgruppe Magdeburg, die Teilnehmer. Es sei ein Unding, dass die GDL für ihre gerechte Sache vor Gericht gezerrt werde. Aber: Die Deutsche Bahn scheiterte auch im zweiten Anlauf, den Arbeitskampf mit juristischen Mitteln zu unterbinden. „Das Arbeitsgericht befand, dass die Streikziele der Gewerkschaft rechtmäßig sind“ so Kampe.

Mario Reiß, GDL-Vorstandsmitglied, betont: „Bislang haben wir von allen Verlautbarungen der Bahn stehts erst aus der Presse erfahren. Und, anders als behauptet, haben die Angebote der Arbeitgeberseite bislang keineswegs nah an den GDL-Forderungen gelegen.“

Die GDL kämpft um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für ihre Mitglieder. Sie fordert insgesamt 3,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie einer Corona-Prämie von 600 Euro. Die Bahn hatte zuletzt eine Laufzeit von 36 Monaten angeboten und der Corona-Prämie zugestimmt.

Für die GDL stehe aber mehr auf dem Spiel als höhere Löhne. Hinzu komme, dass die Bahn die GDL auf Lokführer und Zugbegleiter beschränke und verhindern wolle, Verträge auch für Bahn-Schlosser, Elektrotechniker oder Verwaltungsmitarbeiter abzuschließen, die auch in der GDL organisiert seien. Hintergrund ist das Tarifeinheitsgesetz. Dieses sehe vor, dass nur noch der Tarifvertrag der mitgliederstärksten Gewerkschaft eines Betriebes zum Tragen kommen soll. Hier würden Grundrechte tangiert. Das Werben um Mitglieder werde zu einer Überlebensfrage der GDL.

„Die Eisenbahner haben Anerkennung und Wertschätzung verdient. Mit Desinformationskampagnen wollen die Manager die GDL diskreditieren“, betont Reinhold Vieback, Bezirksvorsitzender der GDL Mitteldeutschland. Anstatt einzulenken, sind die Manager blind und taub für die berechtigten Forderungen der GDL.