18. Februar 2026
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Einkommensrunde 2025/2026 mit der TdL

Tarifabschluss TV-L: Beharrlichkeit können nicht nur Finanzminister

Potsdam/Magdeburg, 14. Februar 2026

Nach einem kräftezehrenden Verhandlungsmarathon in Potsdam steht fest: Die Beschäftigten der Länder halten Anschluss an den TVoeD. Mit einer linearen Erhöhung von insgesamt 5,8 Prozent und einigen Verbesserungen für Auszubildende konnte der dbb die Blockade der Arbeitgeberseite teilweise aufbrechen. Doch dieser Erfolg war alles andere als selbstverständlich – er musste gegen den massiven Unwillen der Arbeitgeberseite (TdL) hart erkämpft werden.

„Hinter uns liegen Tage der Konfrontation“, resümierte der Landesvorsitzende des dbb sachsen-anhalt Ulrich Stock. Von Beginn an war die Haltung der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) von einer beispiellosen Ignoranz gegenüber der Lebensrealität der Beschäftigten geprägt. Während die Inflation die Kaufkraft auffraß, schwafelten die Vertreter der TdL von astronomischen Forderungen. Sie legten gar noch diverse Steinbrocken auf den Verhandlungstisch. Wieder einmal brachten sie „den Arbeitsvorgang“ ins Spiel. Weil ihnen die Rechtsprechung hierzu nicht gefällt, wollen sie eine Definition nach ihrer Gutherrenart. Und zu guter Letzt, stellten sie gar noch einen bereits ausverhandelten Tarifvertrag zu der sogenannten Hamburg-Zulage in Frage.

Nur die Standhaftigkeit der Gewerkschaftsseite und den immer wieder vorgetragenen Sachargumenten brachte dann Bewegung in die Verhandlungen. Am Samstagmorgen um 4 Uhr war ein Kompromiss gefunden, der dann die deutliche Mehrheit der Bundestarifkommission des dbb erhielt. Stock sagte dazu: „Es tat mir fast weh die Hand zur Zustimmung zu heben, aber mit diesen Arbeitgebern war mehr nicht zu machen. Als attraktiver Arbeitgeber haben sie sich jedoch nicht dargestellt“

Das Ergebnis im Detail: 

Die Einigung sieht eine Laufzeit von 27 Monaten (bis zum 31. Januar 2028) vor und umfasst folgende Eckpunkte:

  1. Lineare Erhöhung: Die Tabellenentgelte steigen in drei Schritten:
    • Ab dem 1. April 2026 um 2,8 Prozent, mindestens jedoch um 100 Euro.
    • Ab dem 1. März 2027 um weitere 2,0 Prozent.
    • Ab dem 1. Januar 2028 um weitere 1,0 Prozent.
  2. Nachwuchs stärken: Auszubildende und Studierende erhalten insgesamt 150 Euro mehr (in Schritten von 60/60/30 Euro). Zudem wurde die Übernahmeregelung (ab Note „befriedigend“) bis 2028 verlängert und die Laufzeit in der Stufe 1 um 6 Monate verkürzt.
  3. Die Wechselschichtzulage steigt deutlich von 105 auf 200 Euro und die Schichtzulage auf 100 Euro.
  4. Die Angleichung Ost an West schreitet nach über 35 Jahren voran: Ab 2027 gilt die Unkündbarkeit nach 15 Jahren auch im Osten, und die Arbeitszeit an Unikliniken wird schrittweise auf 38,5 Stunden gesenkt.

Blick nach vorn: Übertragung auf die Beamten

Für den dbb sachsen-anhalt beginnt nun die nächste Phase der Umsetzung. „Wir fordern die Landesregierung in Magdeburg auf, den Abschluss zeit- und wirkungsgleich auf die Beamtinnen, Beamten sowie Versorgungsempfänger in Sachsen-Anhalt zu übertragen“, so die klare Ansage. „Wer die Attraktivität des Landesdienstes beschwört, muss jetzt Wort halten. Wir können nicht immer auf Karlsruhe warten“, so Stock.

Fazit: Der Abschluss ist ein Kompromiss mit Licht und Schatten. Viele Beschäftigten hatten auf Mehr gehofft. Dieses „Mehr“ gilt es ab Februar 2028 anzugehen. 

 

Link zur Sonderseite des dbb