
Potsdam/Magdeburg, 14. Februar 2026
Nach einem kräftezehrenden Verhandlungsmarathon in Potsdam steht fest: Die Beschäftigten der Länder halten Anschluss an den TVoeD. Mit einer linearen Erhöhung von insgesamt 5,8 Prozent und einigen Verbesserungen für Auszubildende konnte der dbb die Blockade der Arbeitgeberseite teilweise aufbrechen. Doch dieser Erfolg war alles andere als selbstverständlich – er musste gegen den massiven Unwillen der Arbeitgeberseite (TdL) hart erkämpft werden.
„Hinter uns liegen Tage der Konfrontation“, resümierte der Landesvorsitzende des dbb sachsen-anhalt Ulrich Stock. Von Beginn an war die Haltung der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) von einer beispiellosen Ignoranz gegenüber der Lebensrealität der Beschäftigten geprägt. Während die Inflation die Kaufkraft auffraß, schwafelten die Vertreter der TdL von astronomischen Forderungen. Sie legten gar noch diverse Steinbrocken auf den Verhandlungstisch. Wieder einmal brachten sie „den Arbeitsvorgang“ ins Spiel. Weil ihnen die Rechtsprechung hierzu nicht gefällt, wollen sie eine Definition nach ihrer Gutherrenart. Und zu guter Letzt, stellten sie gar noch einen bereits ausverhandelten Tarifvertrag zu der sogenannten Hamburg-Zulage in Frage.
Nur die Standhaftigkeit der Gewerkschaftsseite und den immer wieder vorgetragenen Sachargumenten brachte dann Bewegung in die Verhandlungen. Am Samstagmorgen um 4 Uhr war ein Kompromiss gefunden, der dann die deutliche Mehrheit der Bundestarifkommission des dbb erhielt. Stock sagte dazu: „Es tat mir fast weh die Hand zur Zustimmung zu heben, aber mit diesen Arbeitgebern war mehr nicht zu machen. Als attraktiver Arbeitgeber haben sie sich jedoch nicht dargestellt“
Das Ergebnis im Detail:
Die Einigung sieht eine Laufzeit von 27 Monaten (bis zum 31. Januar 2028) vor und umfasst folgende Eckpunkte:
Blick nach vorn: Übertragung auf die Beamten
Für den dbb sachsen-anhalt beginnt nun die nächste Phase der Umsetzung. „Wir fordern die Landesregierung in Magdeburg auf, den Abschluss zeit- und wirkungsgleich auf die Beamtinnen, Beamten sowie Versorgungsempfänger in Sachsen-Anhalt zu übertragen“, so die klare Ansage. „Wer die Attraktivität des Landesdienstes beschwört, muss jetzt Wort halten. Wir können nicht immer auf Karlsruhe warten“, so Stock.
Fazit: Der Abschluss ist ein Kompromiss mit Licht und Schatten. Viele Beschäftigten hatten auf Mehr gehofft. Dieses „Mehr“ gilt es ab Februar 2028 anzugehen.