35 Jahre dbb sachsen-anhalt
35 Jahre dbb sachsen-anhalt: Ein starkes Signal für den öffentlichen Dienst beim großen Sommerfest
Rechte: dbb sachsen-anhalt Foto: Paul Beermann v.l. Iris Herfuth; 1.stv. Vorsitzende dbb sachsen-anhalt, Volker Geyer; Bundesvorsitzender dbb, Ulrich Stock; Landesvorsitzender dbb sachsen-anhalt
In der dynamischen Phase nach der Friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung zeigte sich schnell, dass die Beschäftigten im neu formierten öffentlichen Dienst des Landes eine starke, einheitliche Interessenvertretung brauchten. Aus diesem Grund wurde 1991 der dbb sachsen-anhalt von engagierten Beamtinnen, Beamten und Tarifbeschäftigten der ersten Stunde ins Leben gerufen. Maßgeblich voran ging dabei der mittlerweile verstorbene Dr. Werner Eckhard Böhm als erster Vorsitzender. Auf ihn folgten im Laufe der 35-jährigen Geschichte Mike Wagner und Wolfgang Ladebeck, die dem Fest ebenfalls als Ehrengäste beiwohnten. Mit dem aktuellen Vorsitzenden Ulrich Stock hatte der dbb sachsen-anhalt in seiner gesamten Historie somit lediglich vier Vorsitzende – ein starkes Zeichen für die außergewöhnliche Stabilität und Konstanz des Verbandes. 35 Jahre nach seiner Gründung feierte der dbb sachsen-anhalt am 26. August 2026 dieses historische Jubiläum mit einem großen Sommerfest in den altehrwürdigen Gemäuern und dem stimmungsvollen Innenhof der Festung Mark in Magdeburg.
Die Veranstaltung brachte vor dieser historischen Kulisse zahlreiche hochkarätige Entscheidungsträger zusammen. Neben dem Bundesvorsitzenden des dbb, Volker Geyer, dem Landesvorsitzenden Ulrich Stock und der Innenministerin des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Tamara Zieschang, folgten auch die Vertreter der demokratischen Parteien des Landtages der Einladung: Tobias Krull (CDU), Dr. Andreas Schmidt (SPD), Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen), Wulf Gallert (Die Linke) und Guido Kosmehl (FDP). Die Wirtschaftspartner des dbb gratulierten und nutzen die Gelegenheit mit Vertretern der 30 Mitgliedsgewerkschaften des dbb sachsen-anhalt zu sprechen.
Eine 35-jährige Erfolgsgeschichte
In seiner Festrede gratulierte dbb-Bundesvorsitzender Volker Geyer dem Landesbund herzlich zum Jubiläum und titulierte die vergangenen dreieinhalb Jahrzehnte als eine klare Erfolgsgeschichte. Im Zentrum seiner Rede stand das Fundament der Gewerkschaft: Er betonte besonders den unermüdlichen Einsatz der Kolleginnen und Kollegen im Ehrenamt des dbb und seiner Fachgewerkschaften. Im Namen der Bundesleitung sprach er den Fachgewerkschaften seinen größten Dank aus.
Gleichzeitig schlug Geyer mit Blick auf die allgemeine gesellschaftliche Lage ernste Töne an. Er verwies auf die jüngste Bürgerbefragung des dbb, die zutage gefördert hat, dass nur noch 17 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland Vertrauen in die Politik haben. Demgegenüber stehe jedoch das klare Signal, dass ein deutlich größerer Teil der Bevölkerung den Landesbediensteten starkes Vertrauen entgegenbringt. Weiterhin ging er auf das in der Politik zur Mode gewordene Beamten-Bashing ein. Unter bewussten Ausschluss der Fakten werden so immer wieder durch politisch Verantwortliche gedachte Gerechtigkeitslücken angebracht, z.B. bei der Versorgung. Hier stellt sich der dbb gegen diese eher polemische Debatte. Unser Leitsatz:
„Wer den öffentlichen Dienst stärkt, stärkt den Staat, wer den Staat handlungsfähig hält, stärkt das Vertrauen und wer Vertrauen stärkt, stärkt unsere Demokratie. Deutschlands Stärke, unser öffentlicher Dienst.“
Verlässlicher Partner im Wandel
Innenministerin Dr. Tamara Zieschang unterstrich im Anschluss die herausragende Bedeutung des dbb sachsen-anhalt aus Sicht der Landesregierung. Sie betonte, dass der dbb in den vergangenen 35 Jahren als Vertreter des öffentlichen Dienstes in allen Belangen stets ein verlässlicher Partner gewesen sei. Besonders lobte und hob sie den konstruktiven Diskurs mit den Vertretern des dbb sachsen-anhalt hervor.
Mit einem fokussierten Blick in die Zukunft machte die Ministerin deutlich, dass sie daraufsetze, dass der dbb auch weiterhin ein verlässlicher Partner für den öffentlichen Dienst und die Landesregierung bleibt und sein wird. Die Herausforderungen der kommenden Jahre werden nicht weniger. Zieschang sprach hierbei insbesondere das schrumpfende Personal an. Um die anstehenden Aufgaben trotz weniger Köpfe weiterhin sinnvoll und strukturiert abarbeiten zu können, müssen neue Wege gegangen werden – wobei sie die Digitalisierung der Verwaltung als eine der zentralen Herausforderungen und Lösungen für die Zukunft mit in die Agenda einfließen ließ.
Raum für direkten Austausch und Netzwerkarbeit
Im Anschluss an diesen kurzen offiziellen Teil wurde das eigentliche Sommerfest eröffnet. Bei spätsommerlichen Temperaturen und vor der malerischen Kulisse der Festung Mark entfaltete sich rasch eine ungezwungene, gesellige Atmosphäre, die von den Vertreterinnen und Vertretern der Mitgliedsgewerkschaften des dbb sachsen-anhalt rege genutzt wurde. Bei einem hervorragenden kulinarischen Angebot traten sie in zahlreichen persönlichen Gesprächen in den direkten Austausch mit den Abgeordneten der demokratischen Parteien des Landtages sowie den anwesenden Amts- und Würdenträgern. Sowohl Innenministerin Dr. Zieschang als auch der Bundesvorsitzende Geyer nahmen sich ausgiebig Zeit, mischten sich unter die Gäste. Die entspannte Feierstimmung bot dabei den perfekten Rahmen, um ganz ungezwungen über die Anliegen der Fachgewerkschaften zu sprechen und in geselliger Runde frische Impulse für das künftige Miteinander zu setzen. Doch dieser Dialog fand keineswegs nur zwischen der gewerkschaftlichen Basis und den politischen Vertretern statt: Ebenso intensiv nutzten die verschiedenen Fachgewerkschaften untereinander den Abend für einen regen, gewerkschaftsübergreifenden Austausch. Ob Polizei, Justiz, Finanzverwaltung, Bildung oder Kommunalverwaltung – die Kolleginnen und Kollegen der unterschiedlichsten Berufsgruppen nutzten die Gelegenheit, um über den eigenen Tellerrand zu blicken, gemeinsame berufliche Herausforderungen zu besprechen und Best-Practice-Erfahrungen zu teilen. Dieses bereichernde Miteinander zeigte einmal mehr, wie lebendig das gewerkschaftliche Netzwerk ist, und trug maßgeblich dazu bei, das verbindende „Wir-Gefühl“ und den starken Zusammenhalt innerhalb der großen dbb-Familie für die kommenden Jahre weiter zu festigen.







