27. März 2026

13. Bundesfrauenkongress in Berlin

Segel gesetzt für die nächsten fünf Jahre

Vom 20. bis 21. März 2026 versammelten sich die Delegierten der dbb bundesfrauenvertretung im Berliner Estrel Hotel, um die Weichen für die frauenpolitische Arbeit der kommenden Jahre zu stellen. Es waren Tage voller intensiver Debatten, personeller Neuaufstellungen und klarer Forderungen an die Politik.

Kontinuität und neue Impulse im Bundesvorstand

Der erste Kongresstag stand ganz im Zeichen der demokratischen Mitbestimmung. Mit großer Mehrheit wurde Milanie Kreutz (DStG) in ihrem Amt als Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung bestätigt. Wir aus Sachsen-Anhalt gratulieren ihr herzlich zu diesem starken Vertrauensbeweis!

Unterstützt wird sie künftig von der neu gewählten stellvertretenden Vorsitzenden Tanja Küsgens (VBE) sowie den Beisitzerinnen Synnöve Nüchter (komba), Sandra Schäfer (BLLV), Martina Scherer (DPhV) und Valentina von Dornick (komba). Ein besonderer Moment der Wertschätzung galt den ausscheidenden Mitgliedern: Elke Janssen (GdS), Sabine Wendt (DPolG) und Michaela Neersen (GdV) kandidierten nicht erneut und wurden für ihr langjähriges Engagement zu Ehrenmitgliedern gewählt.

Die Forderung nach Parität: Mehr als nur ein Schlagwort

Die öffentliche Veranstaltung des Kongresses verdeutlichte unsere zentrale Forderung: Parität jetzt!   Ob in den Parlamenten, in der Gesellschaft oder innerhalb unserer eigenen Organisationen – die Unterrepräsentanz von Frauen ist ein strukturelles Defizit, das wir nicht länger hinnehmen.

Die Ministerinnen Karin Prien und Dr. Stefanie Hubig gaben Ausblicke auf gleichstellungspolitische Vorhaben und diskutierten notwendige Reformen des Wahlrechts. Ergänzt wurde dies durch die wissenschaftliche Expertise von Frau Prof. Dr. Silke Laskowski, die eindrucksvoll die Schwachstellen des aktuellen Systems aufzeigte. In der anschließenden Podiumsdiskussion unterstrich Milanie Kreutz im Austausch mit Vertretern von Grünen, CDU und SPD die Dringlichkeit, die Repräsentanz von Frauen massiv zu erhöhen.

Der zweite Tag war der intensiven inhaltlichen Arbeit gewidmet. Insgesamt wurden über 270 Anträge beraten und verabschiedet, die das Mandat für die kommenden fünf Jahre bilden. Dabei wurde ein breites Spektrum an Themen abgedeckt, dass die gesamte Lebens- und Arbeitswelt von Frauen im öffentlichen Dienst betrifft.

Ein Kernstück der zukünftigen Arbeit ist die konsequente Weiterführung der Gleichstellungs- und Genderpolitik, die untrennbar mit dem Schutz vor Gewalt, Diskriminierung und Extremismus verbunden ist. Im Zuge der Digitalisierung und Staatsmodernisierung fordern wir zudem Rahmenbedingungen, die den technologischen Wandel als Chance für Frauen begreifen. Dies schließt moderne Arbeitsformen und flexible Arbeitszeitmodelle ein, die eine echte Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege erst ermöglichen. Auch die Frauengesundheit sowie die stetige Anpassung des Dienstrechts und der Sozialpolitik an moderne Lebensentwürfe stehen im Fokus, um Benachteiligungen nachhaltig abzubauen.

Der Kongress hat überdeutlich gemacht, dass die Förderung der Gleichberechtigung hochaktuell ist und das Engagement der dbb Frauen weiterhin zwingend notwendig bleibt. Wir nehmen diesen Rückenwind aus Berlin mit nach Sachsen-Anhalt, um die Interessen unserer Mitglieder weiterhin mit starker Stimme zu vertreten.