Unterrichtsausfall in Sachsen-Anhalt auf Rekordniveau
VBE fordert nachhaltige Entlastung der Lehrkräfte
Foto: pixabay VBE fordert nachhaltige Entlastung der Lehrkräfte
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Sachsen-Anhalt nimmt die aktuellen Zahlen zum Unterrichtsausfall an den Schulen des Landes mit großer Sorge zur Kenntnis. Laut einer Auswertung der Fraktion DIE LINKE konnten im Schuljahr 2024/25 rund 8,6 Prozent des Unterrichts an allgemeinbildenden Schulen und 10,8 Prozent an berufsbildenden Schulen nicht vertreten werden. Besonders gravierend ist die Situation an Förderschulen, wo 11,6 Prozent des Unterrichts ersatzlos ausfielen. Trotz über 1,1 Millionen geleisteter Überstunden durch Lehrkräfte bleibt die Versorgungslage prekär.
Der VBE Sachsen-Anhalt, Mitgliedsgewerkschaft im dbb, warnt eindringlich vor einer weiteren Verschärfung der Situation. Der Landesvorsitzende des VBE, Torsten Wahl, erklärt: „Die Lehrkräfte befinden sich seit Jahren an der Belastungsgrenze. Zusätzliche Arbeitsverdichtung ist keine tragfähige Lösung. Es bedarf endlich nachhaltiger und struktureller Maßnahmen, um die Unterrichtsversorgung langfristig zu sichern.“
Der VBE fordert von der Landesregierung unter anderem die gezielte Einstellung qualifizierter Fachkräfte zur personellen Verstärkung, eine systematische Entlastung der Lehrkräfte insbesondere im Bereich der Inklusion und Sprachförderung sowie die Entwicklung verlässlicher Vertretungskonzepte zur Sicherstellung des Unterrichts.
Die Ursachen für den Unterrichtsausfall seien vielfältig: Neben einem hohen Krankenstand und dem frühzeitigen Ausscheiden von Lehrkräften führen auch vermehrte Ausfälle durch Mutterschutz, Elternzeit und Kinderkrankheiten zu erheblichen Engpässen. Der VBE appelliert an die Landesregierung, ihrer Verantwortung für ein gerechtes und stabiles Bildungssystem nachzukommen: „Die Schulen des Landes benötigen keine kurzfristigen Notlösungen, sondern eine langfristige bildungspolitische Strategie, die den Herausforderungen unserer Zeit gerecht wird“, so Wahl.